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Ein Erlebnis mit wilden Erdmännchen

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Ein Erlebnis mit wilden Erdmännchen – ODER wie ich zu meiner Erdmännchen-Patenschaft kam

Schoenherr1Im Oktober 2011, zum Ende der Trockenzeit, gibt es in den Savannen von Botswana kaum noch Nahrung für die Erdmännchen. Unser Safari-Ranger „Moses“ entdeckt nach langer Suchfahrt und vielen verlassenen Erdmännchen-Bauen endlich in der Ferne eine Erdmännchen-Mutter mit zwei Jungtieren. Während wir uns langsam nähern, schickt sie die Kleinen in den Bau und beobachtet uns und die Umgebung aufmerksam.Schnell werden einige typische Fotos „geschossen“.

Als wir bis auf ca. 5 m heran sind, verschwindet auch sie im Bau und wir treten enttäuscht den Rückzug an. Meine Frau Christine hockt sich neben den Höhleneingang und hört im Bau ein leises Wispern. Sie beginnt als „Erdmännchen-Flüsterin“ - leise murmelnd die Töne nachzuahmen und mit der „Erdmännin“ zu „sprechen“. Diese antwortet, schaut aus dem Bau, kommt heraus und bewegt sich langsam auf Christine zu, um nach dem Objektiv der Kamera zu langen.

„Moses“ kommt schnell zurück, setzt sich vorsichtig zwischen Christine und das Tier ins Gras. Er bedeutet uns, ganz ruhig zu sein. Die „Erdmännin“ erkundet uns, ruft eine Zweite und klettert dann auf den Arm von „Moses!“ Der höchste Ausguck – weit und breit! Nachdem alles friedlich geblieben ist, lächelt auch „Moses“ erleichtert und gesteht uns nachher, dass ihm so etwas mit wilden Erdmännchen in seiner über 20-jährigen Tätigkeit als Ranger noch nie passiert war. Er hätte Angst vor den gefährlichen, mit allerlei Keimen infizierten, scharfen Zähnen und Krallen des „Scharrtieres“ gehabt…

 
Schoenherr2Dieses Erlebnis mit den äußerst kommunikativen und friedlichen Erdmännchen auf unserer Reise über 5.500 km durch Namibia und Botswana (siehe Vortrag bei den „ZOO-FREUNDEN Dresden e.V.“ am 13.12.2013) hat meine Frau Christine veranlasst, mir zu Weihnachten 2013 eine Patenschaft für ein Erdmännchen- Jungtier zu schenken. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Frau Busch für die schnelle Organisation. Am 01.02.2014 bekamen wir dann vom Revierleiter, Herrn Grätz, dem sehr engagierten Tierpfleger der Erdmännchen, die Patenschaft übergeben.

Wir erfuhren an diesem Tag bei den Dresdner Erdmännchen viel Interessantes zu deren Leben in ihrer neuen schönen und „artgerechten“ Erdmännchen-Anlage. Wir konnten erleben, dass sich die kleine lebhafte Rasselbande mit den beiden noch nicht „geschlechtsbestimmten“ Jungtieren hier sichtlich wohl fühlt. Um einen kleinen Beitrag zum zukünftigen Wohlgefühl der Erdmännchen zu leisten, werden meine Frau und ich, meine vorerst halbjährige Patenschaft als gemeinsame Patenschaft für ein männliches Jung-Erdmännchen mit dem Namen „Moses“ für dessen gesamte Lebenszeit verlängern.

Hans-Jörg Schönherr
Fotos: Christine und Hans-Jörg Schönherr