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Ein neuer "Klassenkamerad"

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Unser "Max"

Das Leistenkrokodil „Max“ – mittlerweile das größte seiner Art, welches in einem europäischen Zoo gehalten wird – kam 1957 einjährig aus dem Berliner Tierpark in den Dresdner Zoo. Damals hatte „Max“ eine Länge von ca. 70 cm. 10 Jahre später, im Jahr 1967, wurden Mädchen und Jungen in die neu erbaute 18. POS „Käthe Kollwitz“ in Dresden, Terrassenufer 15 eingeschult. Die Schuleinführung fand in der Aula der 2. POS in Dresden auf der Zirkusstraße statt…

1977 verließen wir die Schule und seitdem haben wir ein fleißiges Team von Mitschülern, die mit viel Liebe aller 5 Jahre zu einem Klassentreffen einladen… Einer der Mitschülerinnen, Ines Busch, arbeitet seit fast 3 Jahren im Dresdner Zoo für den ZOO-FREUNDE Dresden e.V.. In Anbetracht dessen, dass „Max“ zurzeit keinen Paten hatte, wurde zu unserem letzten Klassentreffen am 28. April 2012 in der Böhmischen Schweiz der „einstimmige Beschluss“ gefasst, für ihn eine Patenschaft zu übernehmen.
 
Klassenfoto

Am Samstag, 21. Juli 2012 war nun der große Tag! Viele der Mitschüler waren seit Ewigkeiten nicht mehr im Zoo und eine gewisse Spannung und Vorfreude lag in der Luft. Der Zoo Dresden lag im Sonnenschein und eigentlich konnte so nicht mehr viel schief gehen:

Pünktlich 8:30 Uhr erwartete uns der Revierleiter, Michael Hoffmann, der „Max“ schon seit 32 Jahren fürsorglich betreut. Er ist so über die vielen Jahre seine Bezugsperson geworden. Herr Hoffmann hatte bisher - in Anbetracht der bevorstehenden Patenschaft - auf die Verfütterung des wöchentlichen Hühnchens verzichtet. Da evtl. auch Kinder bei der Fütterung dabei sein könnten, entschied er sich an diesem Morgen nicht für einen Hasen oder ein kleines Zicklein. Versehentlich landete das bereits tote Futtertier auf dem Rumpf von „Max“, aber dieser war kräftig genug, es durch kräftige Drehungen „mit einem Happs“ zu verspeisen.

Michael Hoffmann erzählte uns, dass „Max“ noch nie krank war und welche Schwierigkeiten zu überwinden waren, um unser Leistenkrokodil im Sommer 2010 aus dem alten, beengten Lebensbereich des Terrariums in sein großes, artgerechtes Areal „umzusiedeln“ zu können. Wir erfuhren, dass Leistenkrokodile besser hören, als sehen können und bei Veränderungen der umgebenden Wasseroberfläche blitzschnell auf Beute reagieren. Sie können ihren Stoffwechsel so regulieren, dass der Puls auf zwei Herzschläge pro drei Minuten gesenkt werden kann. In ihren kräftigen Schwänzen können Leistenkrokodile Fettreserven einlagern und kommen so bis zu einen Jahr ohne Nahrung aus. Unser Krokodil lebt im Dresdner Zoo in Süßwasser. Die Lebensbedingungen vom „Dresdner Max“ sind mittlerweile so optimal, dass er durchaus 100 Jahre alt werden könnte und uns damit alle überlebt.
 
Patenschaftsschild
 
Leider wurde uns auch von Zoobesuchern berichtet, die ihre Kinder auf der Absperrung – die bereits von der Höhe her über den technischen Vorgaben liegt – balancieren lassen. All denen sei gesagt, im Becken schwimmt eines der größten Reptilien dieser Welt!

Der Besuchstermin bei „Max“ wird uns allen lange in Erinnerung bleiben und wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bei Michael Hoffmann für seine Mühe bedanken. Der letzte Höhepunkt dieser Patenschaftsübergabe war dann die Inspektion unseres messingähnlichen Schildes, welches im „Prof. Brandes-Haus“ am Ausgang zur Schneeleopardenanlage an der großen Tierpatenschaftstafel an diesen einmaligen Tag erinnert.

Na dann und bis vielleicht bald im Zoo?

Ines Busch
(stellvertretend für die Paten der ehemaligen Klasse 10 C)