Freunde fürs Leben.

JA, ich will...

„Du hast richtig glücklich ausgesehen, als du die Giraffe mit beiden Händen gestreichelt hast.“

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Wie alles begann...

Maja beim Füttern

Seit Tagen taten die Vorschulkinder meiner Gruppe in der „Villa für Kinder“ sehr geheimnisvoll. „Du bekommst bald eine große Überraschung von uns und du wirst dich sehr darüber freuen“ - mehr konnte ich „meinen“ Kindern nicht entlocken. Am 10. Juni 2010 war es dann soweit. Die Kinder und ich wurden in den Zoo eingeladen.

Seit vielen Jahren bin ich ein großer Liebhaber von Giraffen. Die Anmut und Eleganz dieser großen Tiere faszinieren mich. Diese Begeisterung habe ich ganz offensichtlich auch an „meine Kinder“ weiter gegeben. Wollten sie mir in unserer vergangenen gemeinsamen Zeit eine Freude bereiten, so zeichneten sie mir immer Giraffen. Selbst meinen Geburtstagstisch schmückte eine selbst gehäkelte, liebevoll verpackte kleine Giraffe. Je näher wir nun dem Giraffengehege kamen, umso größer wurde meine Anspannung. Frau Busch empfing uns schließlich vor der Giraffenanlage und begrüßte die Kinder verschwörerisch. Ab jetzt sollte ich die Hauptperson sein. Wir wurden „hinter die Kulissen“ der Anlage geführt. Langsam ahnte ich, dass es mit meinen Lieblingstieren zu tun haben könnte.

Ich bin nicht sicher, ob die Vorfreude, eine Giraffe sehr bald aus nächster Nähe betrachten und sogar streicheln und füttern zu können mich mehr berührten, oder die Tatsache, dass die Kinder voll Vorfreude jede meiner Reaktionen mit größter Aufmerksamkeit verfolgten - es wird wohl von allem etwas gewesen sein. Um die Spannung noch zu steigern, führten uns die Tierpfleger zuerst in die „Wohn- und Schlafzimmer“ der Giraffen. Geduldig und mit viel Humor beantworteten sie dort alle neugierigen Fragen der Kinder und hatten sichtlich Spaß an ihren jungen Gästen.

Beim Rufen „meiner“ Giraffe ABIDEMI verließ dann aber doch einige Kinder kurzzeitig der Mut. Der Augenblick, in dem sich die Giraffen dann zum ersten Mal über die Absperrung beugten um Futter zu erhaschen, welches ich mit den Kindern gemeinsam füttern durfte, wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Ich war tief berührt und brauchte erst einige Tage, um das Erlebte wirklich zu erfassen.

Zum Abschluss überreichte mir Frau Busch meine Patenurkunde. Es herrschte eine sehr stimmungsvolle, rührende und feierliche Atmosphäre, die sich auf alle Anwesenden übertrug und eine Zeit nachwirkte. Ein Mädchen meiner Gruppe sagte mir auf dem Weg zurück in den Kindergarten: „Du hast richtig glücklich ausgesehen, als du die Giraffe mit beiden Händen gestreichelt hast.“ Und ich kann es nicht besser formulieren – die direkte Begegnung mit diesen eleganten und sanften Tieren zählt zu meinen schönsten und glücklichsten Momenten.

Maja